301 vs. 302 vs. 307 vs. 308: Redirect-Statuscodes erklärt
Was jeder HTTP-Redirect-Statuscode wirklich bedeutet, wie sich permanente und temporäre Redirects für SEO und Caching unterscheiden und wie du genau siehst, welchen Code jeder Hop eines Links zurückgibt.
Was ein Redirect-Statuscode wirklich aussagt
Jeder Redirect ist eine HTTP-Antwort mit einem Statuscode im 3xx-Bereich und einem Location-Header, der auf die nächste URL zeigt. Der Code ist keine Formalität – er sagt Browsern, Crawlern und Caches, wie sie den Umzug behandeln sollen: ob er permanent ist, ob er gecacht werden darf und ob Methode und Body der ursprünglichen Anfrage beim nächsten Hop erhalten bleiben müssen.
Ein einziger Link kann mehrere dieser Codes aneinanderreihen. Eine Short-URL antwortet vielleicht mit einem 301, die Tracking-Domain dahinter mit einem 302 und die Zielseite mit einem 307, bevor du ein 200 erreichst. Diese Codes zu lesen ist der schnellste Weg zu verstehen, was ein Link wirklich tut.
Die vier Codes, denen du wirklich begegnest
301 – Moved Permanently
Die Ressource hat eine neue, endgültige URL. Browser dürfen einen 301 aggressiv cachen – oft für die gesamte Sitzung oder länger – und Suchmaschinen behandeln ihn als Kanonisierungssignal: Indexierung und Ranking-Signale wandern zur Ziel-URL. Nutze ihn für Migrationen, Domainwechsel und jede URL, die du nie zurückholen willst.
302 – Found (temporär)
Die Ressource ist vorübergehend woanders. Caches sind bei 302-Redirects vorsichtig, und Suchmaschinen behalten die ursprüngliche URL im Index statt der Ziel-URL. Historisch hatte der 302 eine Eigenheit: Viele Clients schrieben POST-Requests beim nächsten Hop in GET um. Genau wegen dieser Mehrdeutigkeit existieren 307 und 308.
307 – Temporary Redirect
Wie ein 302, aber strikt: Methode und Body müssen beim nächsten Hop unverändert wiederholt werden. Ein POST bleibt ein POST. 307-Redirects siehst du häufig bei HSTS-Upgrades (ein interner 307, wenn eine Seite HTTPS erzwingt) und bei APIs, die Schreibzugriffe vorübergehend umleiten.
308 – Permanent Redirect
Der permanente Zwilling des 307: cachebar wie ein 301, aber mit garantiertem Erhalt von Methode und Body. APIs, die Endpunkte dauerhaft verschieben, bevorzugen 308, weil Clients ein POST nicht stillschweigend in ein GET verwandeln können.
| Code | Name | Permanent | Methode erhalten | Typischer Einsatz |
|---|---|---|---|---|
301 | Moved Permanently | Ja | POST kann zu GET werden | Website-Migrationen, kanonische URLs |
302 | Found | Nein | POST kann zu GET werden | Shortlinks, A/B-Tests, Geo-Routing |
307 | Temporary Redirect | Nein | Ja, garantiert | HSTS-Upgrades, temporäres API-Routing |
308 | Permanent Redirect | Ja | Ja, garantiert | Permanente API-Endpunkt-Umzüge |
Welchen Code solltest du verwenden?
Zwei Fragen entscheiden: Ist der Umzug permanent, und muss die Request-Methode den Hop überleben? Bei gewöhnlichen Webseiten (GET-Requests) spielt die Methodenfrage selten eine Rolle – entscheidend ist die Unterscheidung permanent/temporär.
Warum die Wahl für SEO wichtig ist
Suchmaschinen behandeln permanente und temporäre Redirects unterschiedlich. Ein 301 (oder 308) sagt dem Crawler, dass die alte URL ausgemustert ist: Ranking-Signale konsolidieren sich auf dem Ziel, und mit der Zeit ersetzt das Ziel die Quelle im Index. Ein 302 (oder 307) sagt „indexiere weiter das Original“ – nützlich für Shortlinks und Experimente, schädlich, wenn du tatsächlich für immer umgezogen bist.
Typische Wege, wie Redirects einer Website leise schaden:
- Ein 302, wo ein 301 hingehört: Eine permanente Migration, die als temporär ausgeliefert wird, verteilt Signale auf zwei URLs, statt sie zu bündeln.
- Redirect-Ketten: Drei, vier, fünf Hops in Folge verlangsamen jeden Besuch und verschwenden Crawl-Budget. Kettest du oft genug, geben Crawler vor dem Ziel auf.
- Redirect-Schleifen: A → B → A liefert gar nichts aus. Browser brechen nach einer festen Anzahl von Hops ab.
- Widersprüchliche Signale: Ein 301, der auf eine URL zeigt, die selbst per 302 woandershin führt, lässt Crawler raten, welche URL kanonisch ist.
Anatomie einer Redirect-Antwort
Eine Redirect-Antwort ist kurz – die Statuszeile, ein Location-Header und meist Caching-Hinweise. Hier ist ein permanenter Redirect, den Browser sich ein Jahr lang merken dürfen:
HTTP/2 301 Moved Permanently
location: https://new.example.com/page
cache-control: max-age=31536000
Nicht jeder Redirect ist eine HTTP-Antwort. Meta-Refresh-Tags und JavaScript-Redirects (window.location) passieren in der Seite selbst, nachdem das HTML geladen ist. Sie sind langsamer, schwächer für SEO und ein Liebling von Phishing-Kits – der erste Hop sieht für einfache Scanner harmlos aus, während das Skript dich woandershin schickt.
Sieh jeden Code in der Kette
Du musst nicht raten, welchen Code ein Link zurückgibt. Redirect Radar tracet die komplette Kette in einem Seitenpanel: jeder Hop mit exaktem Statuscode, Methode, Timing und Response-Headern – einschließlich JavaScript-Redirects, die in einem einfachen HTTP-Check nie auftauchen. Lange Ketten und Schleifen fallen sofort auf, und der letzte Hop erhält eine Sicherheitsnote.
Probiere es am nächsten Shortlink aus, den du erhältst, oder nach einer Migration auf deiner eigenen Website: Der erste Hop sollte ein einzelner sauberer 301 zur kanonischen URL sein, keine Treppe aus 302-Redirects.
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Fazit
Die vier Redirect-Codes sind ein kleines Vokabular mit echten Konsequenzen: 301 und 308 mustern eine URL aus und übertragen ihre Ranking-Signale; 302 und 307 halten das Original am Leben; 307 und 308 garantieren, dass die Request-Methode den Hop überlebt. Wähle bewusst, halte Ketten kurz und verifiziere das Ergebnis mit einem Tracer, statt anzunehmen, dass die Config schon tut, was du meinst.